Gratis bloggen bei
myblog.de

versagt

Rückfall nach zwölf Tagen. Hab mich wegen meiner Prüfungen versucht zusammen zu reißen, heute nach einer vergeigten Klausur gings nicht mehr. Fühl mich als Versager, wollte mich wohl bestrafen. Traurig aber wahr. Ich bin traurig.
15.3.10 19:53


Werbung


Die Ungeheuer im Supermarkt

Müde. Erschöpft. Die letzten Tage waren einfach anstrengend und die kommenden werden es durch die Prüfungen auch nicht leichter. Gegen drei stand ich endlich im Supermarkt. wollte mir schnell ein paar Sachen einkaufen. Fleisch, Gurke, Mais. Um mir daheim schnell nen Gemüsereis mit Pute zu kochen. Unheimlicher Hunger und im Geldbeutel 20 €, die darauf gewartet haben, gegen Essen ausgetauscht zu werden. Schon durch die Tür hab ich sie gehört. Die Muffins, die Croissants. Den Kuchen. Die Chips. Die Cornflakes. Die Süßigkeitenabteilung, die Pizzen und all die anderen Dinge. Es kommt mir vor wie Flashbacks. Ich sehe diese Muffinpackung, sehe mich, wie ich sie mir in einem Affenzahn reinschiebe, dazu Milch und sehe mich dann wieder danach am Boden erschöpft liegen.

Ich sehne mich ehrlich gesagt danach, wieder wegen sowas erschöpft zu sein. Mich dafür hassen zu können, anstatt mich mit diesem Alltag, der sich mein Leben nennt zu beschäftigen.

Aber ich war heute stärker. Bin die ganzen Gände wieder zurück und hab Stück für Stück wieder aus meinem Einkaufswagen gelegt, um dann mit Fleisch, Gurke, Mais, Butterkeksen und ner Packung Fritt zur Kasse zu gehen.

Zur Prüfungszeit muss ich mich einigermaßen gesund ernähren. Und dann lieber zuviel essen, anstatt mich vollzustopfen und kotzen zu gehen. Hab es auch geschafft nur paar Kekse zu essen. Klinge wie eine Fünfjährige, die dafür ein Lob erwartet *lach*...

Nein. Die Ungeheuer sind nicht die Süßigkeiten, das viele Essen allgemein. Nein. Das Ungeheur sitzt in meinem Kopf, das Ungeheuer bin ich, zumindest ein Teil von mir. Der essgestörte Teil von mir. Aber selbst in Märchen wurden diese Ungeheuer besiegt. Mal von nem Helden, einem Prinzen, einer Hexe oder einem Zauberer. Warum soll ich es nicht mal schaffen?

9.3.10 19:55


Ohne Schatten kein Licht

Ich bin mir dessen sehr bewusst. Umso mehr schätze ich nun die Menschen, die wirklich für mich da sind. Es sind womöglich Kleinigkeiten, die sie machen, aber für mich bedeuten sie die Welt.

Ein einfaches Danke ist zuwenig. Deshalb versuche ich ohne Worte "Danke" zu sagen. So wie es meine Mum mir beigebracht hat...

Die ES ist heute wieder soweit in den Hintergrund gerückt, dass sie mir jetzt erst wieder bewusst geworden ist. Voller Bauch, Blick in den Spiegel, Unzufriedenheit. Gedanken an Heilfasten, Fasten, Hungern, Abnehmen. Sie sind da. Aber sie werden verdrängt von so vielem. Ich bin im Moment nicht bereit, meine Gefühle zu verdrängen, die ES, vor allem die Bulimie als Ablenkung zu nutzen. Gut so.

7.3.10 22:03


"Bitte lass mich essgestört werden..."

Merkwürdig, wie schnell die ES immer in meinen Gedanken in den Hintergrund rückt, sobald ich zwei Tage ohne Rückfall erlebe. Merkwürdig deshalb, weil ich mich dann fast "normal" fühle. Gerade gemeinsames Frühstück in der WG. Alle essen, alle lachen. Ich trinke meinen dritten Milchkaffee, esse normal mit, rede, lache. Fühl mich so normal. Und dann seh ich in meinen Kalender, seh die Punkte. Die letzten zwei am Dienstag einvermerkt. Drei Tage ohne machen mich wohl nicht zu einer "normalen" Esserin.

Gestern im Gespräch erzählt mir eine Freundin von einer Bekannten, als wir uns Fotos ansehen. Die junge Frau ist schon sehr "kräftig", ich persönlich finde die Figur nicht mehr schön- aber ihr Lächeln! Hochzeitsbilder, zufrieden, glücklich, strahlend. Schön.

"Sie war als Kind schon bißchen mopsig, später dann regelrecht dürr. War wegen Bulimie sogar in der Klinik. Hat sich ihren Körper total kaputt gemacht, nur weil sie schlank sein wollte..."

Nur weil sie schlank sein wollte. Ich bin der Meinung, dass dieser Wunsch nur ein kleiner Teil, ein Auslöser für die Essstörung ist. Niemand, der mit seinen Problemen anders umgehen kann, der gelernt hat sich auszudrücken, auf sich zu achten, wird sich dieser Tortur aussetzen.  Mein provozierender Titel dieses Eintrags ist mir vorhin eingefallen, als ich wieder auf einer dieser vielen "Pro"-Seiten gelandet bin. Essgestört bedeutet nicht "schlank werden und dann hübsch, beliebt, toll sein".  Essgestört bedeutet, ich habe ein Problem und ich kann nicht anders damit umgehen. Essgestört bedeutet ich bin krank.

6.3.10 11:47


Es reicht

Es reicht mir sowas von. Schlimme Dinge passieren eben mal. Ja. Okay. Aber warum müssen belastenden sachen immer auf einmal passieren? Was haben wir denn bitte gemacht? Warum wir? Warum jetzt? Es ist so unfair. Ich sitze hier, einerseits lache ich hysterisch, andererseits laufen mir die Tränen runter.

Ich kann nicht mehr. Ich mag nicht mehr. Ich will, dass es einfach aufhört, dass es wieder so ist wie früher. Ich will nicht die Erwachsene sein. Diejenige, die stark sein muss. Ich will mich verkriechen und einfach nur von jemanden gesagt bekommen "alles wird gut. Versprochen."

Ich will dich nicht verlieren Papa. 

Ich hab Angst. Und ich will dieses Gefühl nicht haben. Will es auch nicht betäuben. Will mir nicht ständig selbst schaden. Aber ich komm damit einfach nicht klar.

5.3.10 10:13


Spiegelbilder

 

♫♪♫ Halte durch -  Xavier Naidoo

Es sind jede Woche 1000 kleine Tränen, die dein Kissen sanft berühren,
(can you hear it coming, can you hear it coming, come on)
doch du willst deine Trauer nicht erwähnen, du willst stark sein, du musst fühlen
(can you hear it coming, can you hear it coming, come on)
du darfst jetzt nicht stehen bleiben komm schon,
du musst auch den Rest des Weges gehen ...
 
Viele Gesichter versteckst du. Viele habe ich schon erblickt, frage mich ängstlich, wievieledu noch versteckst. Manche, die ich gesehen habe, möchte ich am liebsten nie wieder sehen. Die Trauer, die Enttäuschung nach einem Rückfall. Die Hoffnungslosigkeit. Am schlimmsten finde ich das Gesicht der Resignation. Das Schulterzucken von dir, so als wolltest du mir sagen "Es ist eben so- ich kämpfe nicht mehr" das gespielte Lächeln, wenn du behauptest, du hättest alles im Griff. Wir beide wissen, dass du lügst.
Ich klammere mich an die Erinnerung, an die anderen Gesichter, die du mir gezeigt hast. Die Zufriedenheit, wenn ein Tag funktioniert hat. Das Lächeln, wenn du glücklich warst. 
 
Es gibt für mich nicht mein Spiegelbild. Denn ich habe viele. Darum Spiegelbilder...

 

4.3.10 23:17




Willkommen

Onlinetagebuch. Über den Weg mit - und hoffentlich irgendwann - aus der Essstörung. Kritik wird gerne angenommen, aber bitte denkt immer daran: Das ist kein Spiel, das ich mir einfach ausgedacht habe, weil mir langweilig war. Das ist mein Leben.

About Me

Großstadtkind, Mitte 20, kämpft gegen sich, die ES und ihre Ängste.
♫♪♫♥
♫♪♫♥

Mehr

Archiv
Gästebuch

Links

♫♪♫♥
♫♪♫♥

Credits

Design
Designer